The Creators Project: Hallo. Wie würdest du deine Arbeit beschreiben?
Ray Lei
: Vor ein par Tagen habe ich eine Umfrage im Internet gelesen und da stand, dass ich ein hipper Animator bin.

Echt?
Ja, der hippe Animator. Aber ich bin eigentlich gar nicht hip. Zum Beispiel wurden meine Hosen von meiner Mutter gemacht und ich habe einen sehr altmodischen Hut. Und ich denke auch nicht, dass ich ein Animator bin, weil ich ganz viele verschiedene Sachen mache. Ich zeichne und dass liebe ich sehr, ich war immer schon der Typ in der Klasse, der gerne malt. Und irgendwann habe ich rausgefunden, dass ich Animationen machen kann, aber zur gleichen Zeit habe ich auch gemerkt, dass ich Wandgemälde malen kann.

Du komponierst auch?
Ich will einfach alles machen. Animation ist eines dieser Dinge. Das Leben hat sehr viele verschiedene Seiten—mit Leuten abhängen, eine Beziehung, Skaten, Zeichnen. So drücken wir uns selbst aus. Ich habe verschiedenen Positionen zur gleichen Zeit und meine Designlevel ist vielleicht nicht so hoch wie der von einem professionellen Künstler. Aber so bin ich eben, ich bin eine Freestyle-Person.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Ich weiß es noch gar nicht. Im Moment befinde ich ich mich in einem Art Flaschenhals. Ich hänge schon länger an diesem Problem; die Leute lieben meine Arbeiten und denken, dass sie ziemlich gut sind, aber sie sind nicht gut genug für mich. Ich brauche vermutlich mehr Lebenserfahrung, so dass ich noch besser werde.

In letzter Zeit hast du viele Multimedia-Installationen gemacht—du hast sogar eine Band gegründet, oder?

Ja. Naja es ist keine offizielle Band, nur ein paar meiner Freunde und wir spielen Musik, die wir selbst gemacht haben. Meine Freunde hatten schonmal eine Band und haben sogar ein paar Preise gewonnen. Die meisten der Soundskulpturen für meine Installationen sind von ihnen. Das sind meine Freunde von der Uni, aber nachdem wir fertig waren, waren alle zu beschäftigt mit ihren Jobs. Wir haben gemerkt, dass wir keine Zeit haben um Songs zu komponieren. Deshalb haben wir entschieden zusammen zu sein uns Musik zu machen. Letztes Jahr haben wir ein paar Sachen zusammen gemacht, wie zum Beispiel die Kombination von Animation und Freestyle-Musik. Dieses Jahr versuchen wir mal was anderes.

Wie kombinierst du deine Kunst mit Musik?
Der Hauptgedanke ist Freestyle—dass wir machen können, was wir wollen. Ich will die Animationen einfach spontan abspielen und wenn die Leute dann anfangen auszuflippen spielen wir Musik dazu. Und wenn sich die Leute wieder beruhigen, starten wir wieder eine neue Animation. So haben wir das letztes Jahr gemacht. Dieses Jahr wollte ich andere Faktoren mit einbringen, wie B-Box, VJs, DJ Tattoo, und das alles damit die jungen Leute merken, dass Animation auch cool sein kann und nicht nur die billigen Flashsachen im Fernsehen. Es kann sehr kreativ sein und wenn wir es live spielen, hat es sehr viel Energie.

Arbeitest du zuhause oder im Studio?
Meistens arbeite ich zuhause aber ich fahre auch oft in andere Städte wie Shanghai, Shenzen, Canton, Beijing oder Hong Kong.

Hast du im Moment ein längeres Projekt?
Ich arbeite gerade an einem sehr langen Projekt. Manche Animationen erzählen ein ähnliche Geschichte; zuerst gibt es eine Bedrohung aber am Ende gibt es Frieden und Liebe in der Welt. Und danach habe ich noch ein anderes Projekt. Da geht es um meine Familie und wie ich damit umgehe, dass meine Eltern älter werden oder wie ich mit der Geschichte meiner Familie umgehe. Das kann alles ziemlich lange dauern.

Das hört sich sehr anders an, als das was man im Moment so von der Kunst gewohnt ist.
Ich will diese Animationen machen weil ich denke, dass Uni-Studenten sie wären Künstler, weil sie irgendwas imitieren was sie im Internet gefunden haben. Sie erzählen den Leuten sie wären Künstler oder Designer. Ich finde so was furchtbar, aber ehrlich gesagt war ich auch mal so. Aber ich denke, diese Leute sollten sich selbst und ihre Geschichte erkunden, weil diese schnelle Entwicklung, durch die unser Land gerade geht dazu führt, dass man nicht mehr zurück schaut. Viele der jungenKünstler und Designer imitieren einfach Trends. Wenn der Trend weg ist, sind sie auch weg. Sie suchen sich selbst, deshalb sind sie nicht wirklich kreativ.

mehr anzeigen

Mehr von Ray Lei

Ray Lei on the blog

Kommentare

blog comments powered by Disqus